Unsere Bauerhoftiere kurz vorgestellt

Esel - Ein Tier für Herz und Seele

Wir Esel sind geduldige Zeitgenossen und agieren behutsam. Das haben wir von unseren Vorfahren übernommen, die im kargen, bergigen Gelände überleben mussten. Unsere Größe und unsere Fellfarbe lassen uns unauffällig und bescheiden erscheinen. Unsere demütige Körperhaltung und unsere großen Augen faszinieren die Kinder und öffnen ihnen das Herz. Mit unserer ruhigen und gelassenen Ausstrahlung fördern wir besonders bei hyperaktiven und unkonzentrierten Kindern die Konzentration. Außerdem könnt ihr von uns Geduld lernen. Unsere bedächtigen Bewegungen und unser langsames Tempo beim Führen, helfen unkoordinierten Kindern in einen Rhythmus zu kommen. Trotz unserer sanftmütigen Art sind wir jedoch neugierig, aufgeschlossen und lernwillig. Wir besitzen eine schnelle Auffassungsgabe. Deshalb könnt ihr uns ohne Probleme verschiedenste Tätigkeiten wie Eseltrekking, Eselkutschfahrten und Kunststücke beibringen. Aber auch unser besonnenes Verhalten bei Gefahr und Überraschungen lässt sich pädagogisch/therapeutisch gut nutzen. Während Pferde sofort panisch die Flucht ergreifen würden, bleiben wir Esel stehen, prüfen die Lage und handeln überlegt. Deshalb heißt es auf dem Hof Göhring auch immer kluger und nie sturer Esel!

Ein Hoch auf das Haushuhn


Wir Hühner werden oft von den Besuchern unterschätzt. Dabei bieten wir eine wahre Fülle an Reizen und Sinneserfahrungen: Wir lassen uns auditiv, haptisch, olfaktorisch und visuell erleben. Unser Federkleid ermöglicht ganz eigene Streichelerlebnisse, die sich deutlich vom kuscheligen Fell anderer Bauernhoftiere abhebt. Aber auch unseren harten Schnabel, unsere rauen Füße und unseren Kamm zu fühlen, lohnt sich. Dank unseres authentischen Wesens sind wir ideale Interaktionspartner in der Therapie. Wir spiegeln unser Gegenüber exakt. Sind die Kinder zu laut oder grob, reagieren wir sofort mit ängstlichem Gackern oder gar der Flucht. So bekommen die Kinder schnell eine Rückmeldung, ob ihr eigenes Verhalten uns gegenüber angemessen ist. Wer uns streicheln oder gar halten will, muss sich selbst zurücknehmen, geduldig sein und zur Ruhe kommen. Daneben sind wir sehr kommunikativ: Wir können krähen, glucksen, gackern und gurren. Das belebt und muntert besonders in sich gekehrte Kinder auf. Allein schon das Beobachten, wenn wir eifrig im Boden scharren und unseren normalen Alltag leben, reicht aus, um Kinder zu fesseln und zu erfreuen. Und natürlich ist das Einsammeln unserer Eier für die Kinder stets ein ganz besonderes Erlebnis.

Kühe - in der Ruhe liegt ihre Kraft


Wir Kühe sind sehr feinfühlige und soziale Lebewesen. Unsere besondere Stärke liegt in unserer ruhigen, friedlichen und gutmütigen Art. Da wir Kühe nur halb so schnell wie Menschen sind, eignen wir uns wunderbar für Kinder mit körperlichen Einschränkungen, aber auch zum Beruhigen von nervösen Kindern. Unsere gemächlichen Bewegungen und das langsame Tempo beim Führen helfen den Kindern ihre eigene mangelnde Koordination in einen Rhythmus zu bringen und ihre Eigenwahrnehmung zu schulen. Wir eigenen uns deshalb optimal, um Kindern Einfühlungsvermögen und Geduld beizubringen. Denn mit Druck, Geschrei und Gewalt läuft bei uns nichts. Statt am Führstrick zu zerren, brauchen die Kinder die Geduld, herauszufinden, warum wir manchmal „streiken“. Vielleicht liegt es an den eigenen Verhaltensweisen wie Geschrei und Hektik? Das fordert von den Kindern die hohe soziale Kompetenz, die Bedürfnisse von uns in einem empathischen Prozess zu reflektieren und ggf. die eigenen Verhaltensweisen zu korrigieren. Wie Schafe sind auch wir Kühe viel mit Fressen beschäftigt, haben dann aber auch die sehr gut nutzbare Zeit des Wiederkäuens, in der wir Zufriedenheit, Ruhe und Schmusebereitschaft vermitteln. Besonders in dieser Zeit wirken wir beruhigend, ausgleichend und harmonisierend. Diese Ausstrahlung lässt sich für ängstliche Kinder, hyperaktive Kinder oder gar größere Gruppen nutzen. Darüber hinaus verschaffen wir Kühe den Kindern unvergleichliche Erfahrungen. Das Melken und kuhwarme Milch trinken ist einerseits ein sinnliches und animierendes Erlebnis. Andererseits bieten Melken und Milchverarbeitung auch reichhaltige motorische Anreize und fördern damit die motorischen Fähigkeiten.

Micki und Mini – die Muntermacher


Wir heißen Micki und Mini, und sind die Minischweine auf dem Hof Göhring. Genau wie unsere Vorfahren, die Wildschweine, sind wir viel in Bewegung und allein neun Stunden täglich auf Futtersuche: Das heißt, wir schnüffeln und wühlen tagsüber eigentlich immer und überall, um etwas Essbares zu finden. Haben wir etwas gefunden, wackelt unser Schwänzchen vor Freude. Anders als die armen Mastschweine arbeiten wir hauptberuflich als Trainingspartner in der Tiergestützten Therapie: Alles was man uns vor den Rüssel hält, erkunden wir sofort. Mittels leckerer Futterhäppchen können wir über pendelnde Wippen laufen, Teppiche ausrollen, mit einem Ball spielen, durch einen Tunnel kriechen und vieles mehr. So motivieren wir Kinder, selbst aktiv zu werden. Daneben sind wir sehr kommunikativ: wir können grunzen, quieken und schmatzen. Das macht allen Kindern Freude und muntert besonders in sich gekehrte Kinder auf. Dank unseres authentischen Wesens sind wir Schweine wertvolle Co-Therapeuten. Mit ärgerlichem oder ängstlichem Quieken oder zufriedenem Grunzen signalisieren wir unmissverständlich und sofort, wie wir uns fühlen. So bekommen die Kinder rechtzeitig eine Rückmeldung, ob sie sich schweinegerecht verhalten haben.

Schafe - Ein Tier für viele Fälle

Zugegeben, auf den ersten Blick wirken wir Schafe eher langweilig. Wir erfreuen euch nicht wie Schweine mit ihrem munteren Wesen, fesseln euch nicht mit Kunststücken wie die Ziegen oder imponieren euch mit unserer Größe wie die Kuh. Aber wir eignen uns hervorragend für Kinder mit Handicap. Mit unserer dichten Wolle ermöglichen wir gerade Kindern mit einem schwach entwickelten taktilen Sinn, diesen zu schärfen. Denn unser dicker Wollmantel schützt uns anders als beispielsweise Ziegen vor ungelenken Händen. Daher tolerieren wir Wolltiere auch ein gröberes Anfassen der Kinder. Außerdem sind wir Schafe bei der Kontaktaufnahme mit den Kindern weder fordernd noch bedrängend. Wir nähern uns ganz vorsichtig von hinten und beriechen erst einmal „das Fremde“. Erst dann folgen zarte Maulberührungen. Im Gegensatz zu Ziegen wissen wir Schafe genau, wo der Pullover aufhört und das „Menschenfell“ anfängt. Deshalb sind wir ideal für ängstliche und unsichere Kinder. Da wir selbst bei Stress nicht beißen oder austreten, sind wir das perfekte Tier für alle Menschen mit stärkeren körperlichen Handicaps. Selbst Nahkontakte mit Kindern mit Seh- oder Schwerstmehrfachbehinderung sind nicht riskant. Hinzu kommt, dass wir eine optimale Größe haben, um Menschen im Rollstuhl auf Augenhöhe zu begegnen. So gelingen auch hier innige Kontakte. Insgesamt sind wir Schafe zwar viele Stunden täglich mit Fressen beschäftigt, haben dann aber auch die therapeutisch sehr gut nutzbare Zeit des Wiederkäuens, in der wir Ruhe, Zufriedenheit und Schmusebereitschaft vermitteln. Gerade in dieser Phase wirken wir beruhigend, ausgleichend auf ängstliche oder hyperaktive Kinder. Überhaupt sind wir Schafe sehr soziale Wesen. Wir passen uns perfekt an die Gruppe, und lieben und leben die Gemeinschaft. Von diesem starken Wir-Gefühl und Urvertrauen in der Herde können die Kinder soziales Verhalten lernen. Und nicht zuletzt bietet die Verarbeitung unserer Wolle – das Waschen, Kämmen, Filzen oder Spinnen - unzählige Möglichkeiten, die feinmotorischen Fähigkeiten von Kindern zu schulen.

Ziegen - Ein Therapietier für Mutige und Unsichere


Wir Ziegen sind sehr muntere und lebhafte Tiere. Da wir sehr intelligent und neugierig sind, und von unserem Naturell her gerne klettern und auf erhöhte Gegenstand springen, kann man uns ohne große Mühe kleine Tricks und Kunsttücke beibringen. Das macht vor allem aktiven und bewegungsfreudigen Kindern Spaß und Freude. Da wir sehr genau wissen, was wir wollen und uns davon nur ungern abbringen lassen, eigen wir uns auch für Kinder, die sehr viel Rückmeldung oder deutliche Reaktionen brauchen. Denn wir reagieren viel schneller und deutlicher als andere Bauernhoftiere, wenn uns etwas nicht passt. Diese Eigenwilligkeit von uns macht uns auch zu guten Trainingspartner für Kinder mit geringem Durchsetzungsvermögen. Wenn wir Ziege zum Beispiel Schnürsenkel oder Reißverschlüsse aufmachen oder andere unerwünschte Dinge tun, müssen die Kinder reagieren. Sie lernen dabei klar Stopp oder Nein zu sagen und sich durchzusetzen. Aber natürlich kann man mit uns Ziegen auch Nähe erfahren. Wie Schafe verbringen auch wir in der freien Natur sechs bis acht Stunden täglich mit Fressen. Genauso viel Zeit benötigen wir dann für das anschließende Wiederkäuen. In dieser Zeit ruhen wir in uns und lassen gerne mit uns schmusen.